Geschichte Sindringens

 

Funde bezeugen, dass schon lange vor Beginn der Zeitrechnung Menschen in dieser Gegend gelebt haben. Kelten, Römer, Alemannen und Franken haben ihre Spuren in Sindringen hinterlassen. An Sindringen vorbei zogen die Römer einen Grenzwall, den Obergermanisch-Raetischen Limes, der über Öhringen ins Jagsttal führt. Das in der heutigen Ortslage errichtete Kleinkastell Sindringen war für die Überwachung des Kochers und der ihn überquerenden römischen Reichsgrenze zuständig.

 

 Sindringen ist eine der ältesten Siedlungen im Kreis, so alt etwa wie Wülfingen-Forchtenberg. Die Reichsfreien von Weinsberg haben das ummauerte Sindringen vermutlich 1322 zur Stadt erhoben. Beide Städte liegen im malerischen Kochertal und haben eine bis zu der Landesteilung im 16. Jahrhundert ähnlich verlaufende Geschichte. Nach der Landesteilung blieb Forchtenberg bei Hohenlohe-Neuenstein, Sindringen fiel aber an Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein.

 

Im Jahre 1744 kam es zum Sindringer Kalenderstreit. Den evangelischen Bürgern wurde vom Grafen Hohenlohe-Bartenstein das Feiern des Osterfestes nach dem julianischen Kalender am 29. März verboten, anstelle dessen sollte Ostern nach dem gregorianischen Kalender am 5. April begangen werden. Der evangelische Pfarrer Yelin wurde abgesetzt, und Bürgermeister Edelmann wurde misshandelt und in Haft genommen. Nach fünf Jahre dauernder Bedrängnis durch vom Grafen einquartierte Truppen zog der Markgraf von Ansbach mit Militär in Sindringen ein und unterwarf den hohenloheschen Grafen. Die Sindringer durften ihren Glauben beibehalten.

Dagegen, dass an zwei Apriltagen des Jahres 1945 ungezählte Brand- und Phosphorbomben ein Drittel der Gebäude in Brand setzten, konnten sich die Sindringer nicht wehren. Todesopfer forderten die zwei Luftangriffe nicht.

Sindringen um 1750

 

In der schweren Nachkriegszeit wurden die Kriegsschäden repariert, hier und da wurde auch etwas neu gebaut, doch große Pläne wollten nicht reifen. Die Landwirtschaft hat sich fast ganz an den Rand und an die Höhe zurückgezogen. An den Weinbau erinnert nur noch die Kelter am Schloss.
Der Bürgermeister Fritz Holl brachte 1963 erst eine kontinuierliche kommunalpolitische Entwicklung voran, die nach der Gemeindereform von der neuen Stadt Forchtenberg fortgesetzt wurde.
Sindringen ist als eigenständige Stadt 1972 untergegangen und als Stadtteil der Stadt Forchtenberg neu aufgelebt. Eine Erneuerungswelle erfasste Sindringen. Freundliche Fassaden traten hervor und restaurierte Bausubstanzen trugen als wiedergewonnene Kleinodien mittelalterliche Note ins Straßenbild.
Die Wasserversorgung ist gesichert, die Abwässer geklärt und die Baufreude so hoch wie noch nie. Ein neuer Kindergarten und eine neue Sportanlage mit festlicher Limeshalle sind die Antwort auf die wachsende Bevölkerungszahl. Als Bestätigung der investierten Arbeit gab es beim Wettbewerb um die schönsten Orte im Kreis den ersten Platz.

Sindringen vor der Zerstörung 1945